Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!!!!
Das wollte Jule auf gar keinen Fall, sich mit ihrer besten Freundin streiten. Wie doof ist das denn? Nun hat Jule Angst, dass die beiden sich nie wieder verstehen und nie wieder gemeinsam lachen. Diese Angst hat Jules Mama ihr aber gleich genommen. Nur, weil man sich mal streitet, heißt es noch lange nicht, dass man sich nie wieder versteht. Es ist schon wichtig, sich auch wieder zu vertragen. Dann ist es hinterher oft viel besser als vorher.
Es fing damals alles mit den Bienen an. In der Zeitung hatte Jules Mama gelesen, dass es viel zu wenig Pflanzen für Bienen in der Stadt gibt. Es gibt zwar viele Straßen und viele Häuser, aber überall sind viel zu wenig Blüten für Bienen. Dann war noch in der Zeitung zu lesen, dass die Bienen ganz, ganz wichtig für die Menschen sind. Sie machen nämlich, dass aus einer Blüte ein Obst wird. Wie genau das funktioniert, hatte Jule vergessen. Opa Hörni hatte ihr das mal erklärt. Aber der redet immer so viel, dass Jule ganz schwindelig wird und dann hört sie nicht mehr so genau hin.
Jule überredete ihre Mutter, aus dem kleinen Stück Rasen, hinten an den Garagen, ein Blumenbeet für die Bienen zu pflanzen. Zuerst war Jules Mutter nicht begeistert. „Um ein Blumenbeet muss man sich richtig gut kümmern“, sagte sie. Ist die Erde zu trocken, brauchen die Pflanzen Wasser. Nimmt Unkraut den schönen Blumen zu viel Platz weg, muss das Beet von Unkraut befreit werden. Und so weiter, und so weiter. Puh, das hörte sich richtig anstrengend an. Jule dachte nochmal nach.
Sie entschied: „Ich will den Bienen Freude bereiten und mich um ein Blumenbeet kümmern“. In diesem Frühling war es dann soweit. Aus dem langweiligen Stück Rasen wurde Jules Blumenbeet. Den ganzen Sommer über wuchsen dort allerhand bunte Blumen und es kamen viele Insekten. Nicht nur für die Bienen war Jules Blumenbeet ein Paradies, auch für viele andere Tiere, die Jule dann in diesem Sommer kennenlernen durfte. Das war toll!
Aber nun war gar nichts mehr toll. Sie stand hier und stritt sich mit ihrer besten Freundin Mira. Die beiden schrieen sich ganz doll an, und wie das in Streits oft so ist, keine hörte der anderen richtig zu. Jede brüllte vor Enttäuschung alles Mögliche heraus. Manchmal auch Wörter, die man so gar nicht sagen wollte. Aber, wenn man so enttäuscht war wie Jule, dann gab es kein Halten mehr.
Ihr schönes Blumenbeet! Alles war zerstört. Was war denn bloß passiert? Sie konnte es nicht glauben. Zuerst hatte sie Mira gar nicht gesehen, als sie zu den Garagen fuhr um ihre neuen Rollschuhe auszuprobieren. Aber dann: Ein Blick zum Blumenbeet, ein Blick zu Mira und es war passiert. Aus lauter Verzweiflung gab Jule jedem, der in der Nähe war, die Schuld an dieser Misere. Mira, Miras Bruder Kalle auf seinem Laufrad, der dicken Schnecke, die ja auch gerne mal durchs Blumenbeet kroch, dem Wind und dem Rest der Welt, der auch noch irgendwo irgendwie zuhörte.
Habt Ihr vielleicht eine Idee, warum Jules Blumenbeet so zerstört wurde und wie der Streit von Mira und Jule ausgegangen ist?
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